Sunny Side Up

 

BREAKFAST IN THE STATES

 

Für mich ist das Frühstück ja die perfekte Mahlzeit: Alles ist erlaubt. Süßes, Pikantes, Warmes und Kaltes, Herzhaftes und Leichtes, Koffein und Promille, und bestenfalls sogar alles gleichzeitig.

Auch AmerikanerInnen lieben es, lecker und in netter Gesellschaft in den Morgen, oder zumindest späten Vormittag zu starten. Viele Cafés, Restaurants und Pancake Houses servieren bis in den frühen Nachmittag Frühstück und Brunch. Freunde und Kollegen treffen sich am Wochenende zum Brunch, ganze Familien unternehmen Sonntagvormittag Ausflüge zum nächsten House of Pancakes – mit Wartezeiten muss man mitunter rechnen.

Die amerikanischen Frühstücks-Klassiker haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie verlangen im Anschluss entweder einen ausgiebigen Verdauungsspaziergang, oder eine erneute Rückkehr in die Federn. Es ist üppig!

 

Pancakes gibt es in allen Variationen – natur mit Ahornsirup oder gesalzener Butter bis hin zu Pancakes mit Blueberries oder Erdbeerkompott, manchmal sogar mit gebratenem Speck. Vielerorts wird die Kaffeetasse mehrfach wiederbefüllt (refill), ist aber leider auch meistens eine schwache Brühe.

Wer’s ein bisschen pikanter mag und notfalls auch dem flauen Magen des Vorabends entgegenwirken möchte, bestellt eine Bloody Mary. Tomatensaft, Kren, Zitrone und ein Schuss Wodka und die Lebenssäfte fließen, die Geschmacksnerven sind wieder stimuliert!

Prominent auf vielen amerikanischen Frühstückstellern ist auch das Ei: Als Omelette, Rührei (scrambled eggs), oder Spiegelei (sunny side up oder sunny eggs) oder pochiert auf einem Stück Toast und bedeckt mit Sauce und anderen Ingredienzien wie Ham oder Sausage als Egg Benedicts.

 

Breakfast Bowl at the Mud House, St.Louis (MO).
The Breslin: Spiegelei auf Linsen und Griechischem Joghurt im Mud House, St.Louis (MO).

 

Als ich auf der Speisekarte Eggs Benedict with Biscuits las, musste ich beim Kellner nachfragen und mir das Gericht beschreiben lassen. Eier mit Keksen? Wie passt denn das zusammen? Tatsächlich ist  ”biscuit” etwas irreführend. In Großbritannien ist biscuit sehr wohl ein Keks, in den USA allerdings ein kleines weiches, ungesüßtes Gebäckstück ohne feste Kruste, das vor dem Backen nicht aufgehen muss.

 

Eggs Benedict at The Gage, Chicago
Eggs Benedict on Biscuits with Potatoes im The Gage, Chicago (IL)

 

Die Auswahl an Brot und Gebäck ist in den USA ziemlich überschaubar. Getoastete Weißbrotscheiben sind Standard beim Frühstück. Und natürlich der berühmte gebackene Hefeteigkringel, den es süß mit Rosinen und Zimt oder ungezuckert, teilweise mit Sesam und Mohn bestreut gibt: Der Bagel. Beliebt und unkompliziert ist der Bagel mit Cream Cheese, also Aufstrich, je nach Appetit und Gusto schmeckt er aber auch mit Marmelade oder Räucherlachs ausgezeichnet.

 

Lax Breakfast: Bagel mit Räucherlachs und Gemüsegarnitur im Cake Café, New Orleans (LA)
Lox and Bagel Plate im Cake Café, New Orleans (LA)

 

Wer einen ordentlichen Zuckerschock als Antrieb für den Tag braucht, dem sei in den USA gedient: Süße Frühstücks-Optionen sind klebrig, picksüß, aber einmalig. Natürlich findet man auch wie in weiten Teilen Europas süße Backwaren wie Croissants, Zimtschnecken, Blätterteigkreationen und Kuchen, aber French Toast und Pancakes (wie oben beschrieben) sind in dieser Art wohl nur auf nordamerikanischen Frühstückstischen zuhause.

French Toast erinnert an Arme Ritter,  in einer Milch-Ei-Mischung eingeweichte und anschließend herausgebackene Weißbrotscheiben, die mit Karamellsauce, Ahornsirup oder einer Zimt-Zucker-Mischung übergossen werden. Pain perdu ist eine lokale Variante des French Toast in New Orleans.

 

Banana Foster Pain Perdue with Bacon im Ruby Slipper, New Orleans (LA)
Bananas Foster Pain Perdue with Bacon im Ruby Slipper Café, New Orleans (LA)

 

 

 

 

 

 

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