Let the good times roll!

ON THE ROAD AGAIN …

 

In der Thanksgiving Break, die mir neben dem Erleben eines uramerikanischen Feiertags auch eine ganze LV-freie Woche beschert, steht statt einem stuffed Turkey ein Roadtrip in die Südstaaten am Programm. Auf nach Memphis, New Orleans und Nashville – im Takt von Blues, Jazz und Country Music und auf den Spuren von Elvis Presley, Louis Armstrong und Johnny Cash.

Die lange Autofahrt (Champaign – New Orleans : ca. 11 Stunden) überbrücken wir mit einer super Playlist und Freakonomics Radio-Podcasts. So erfahren wir zum Beispiel, “How American food got so bad” und was uns Ultimate Frisbee über die Ordnung und Selbstorganisation der Welt sagt. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

WALKING IN MEMPHIS

Memphis, Tennessee, ist Dienstag spätabends unsere erste Etappe. Dominik, der dort seinen Ph.D in Mathematik macht, beherbergt uns und wartet mit beeindruckenden Statistiken auf: Die Südstaaten der USA sind die einzige Gegend, in der die Lebenserwartung in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Diese verblüffende Erkenntnis verdauen wir erst mal bei pulled pork, beans und BBQ-Ribs im Central BBQ.

Central BBQ, Memphis P1010012

Außerdem ist der Besitz und das Führen von Waffen hier sehr liberal – selbst am Unicampus darf man bewaffnet sein. Gleichzeitig ist der Süden bekanntlich sehr katholisch, und es steht Schulen frei,  die Evolutionstheorie nach Darwin zu unterrichten oder nicht. Vor Schülern bis zum 16. Lebensjahr darf Homosexualität nicht erwähnt werden. Dafür ist der Prozentsatz an Teenage-Schwangerschaften unter den höchsten der USA.

Wir besuchen auch das legendäre Sun Studio, wo die Großen des Rock’n'Roll wie Elvis Presley und auch Johnny Cash ihre Platten aufgenommen haben. Das Sun Studio ist jetzt ein Café und Giftshop, an den Wänden hängen noch die unverkennbaren schwarzen Vinyls mit ihren runden gelben Etiketten.

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THERE IS A HOUSE IN NEW ORLEANS …

Laissez les bons temps rouler – Let the good times roll!

Ein bisschen kommt man sich in New Orleans vor wie auf Cuba oder in der Karibik (stell ich mir zumindest vor). Die farbenfrohen Häuser mit bunt bemalten Giebeln und Türen, und die üppige Vegetation und Palmen  in den Gärten und entlang der Straßen erzeugen wirklich ein besonderes Flair. Im Sommer herrscht hier subtropisches Klima bei einer Luftfeuchtigkeit von 100%!

Französische Straßennamen, süße beignets, das French Quarter der große “French Market” erinnern an die französische Vergangenheit des Staates Louisiana.

In NOLA (New Orleans, Lousiana) probieren wir zum ersten Mal Airbnb aus- wir übernachten im Mermaid Room bei Monica und Lynne, zwei Künstlerinnen. Die beiden bewohnen ein für die Südstaaten typisches Shotgun house: ein sehr schmales, langes Haus, in dem fast alle Zimmer Durchgangszimmer, also direkt miteinander verbunden sind. An einem Ende des Hauses befindet sich die Küche, die wir mitbenutzen dürfen, am anderen das Atelier und dazwischen aufgefädelt die Schlafzimmer.

Wir unternehmen eine Bootsfahrt am Bayou, der ausgedehnten Sumpflandschaft im Mississippi-Delta. Einzigartig! Wie ein Teppich liegen winzig kleine Blätter auf dem stehenden Gewässer und Louisianamoos (oder Spanisches Moos, als Reminiszenz an die Bärte der Spanischen Siedler) hängt von den Zypressen. Man will hier auch schon einmal ein Swamp Monster gesichtet haben! Dokumentarfilmer haben bereits versucht, dem Monster auf die Schliche zu kommen, doch das das Interessanteste, das sie vor die Kamera bekommen haben, waren die chronisch betrunkenen Bewohner des Sumpfgebiets, die direkt am Wasser in Pfahlbauten leben. Alligatoren bekommen wir leider keinen zu sehen – denen ist es zu kalt. Wir laufen also zum Glück  nicht Gefahr, gefressen zu werden – im Gegenteil, wir lassen uns später noch Alligator sausage schmecken!

Ansonsten ist Louisiana ja eher bekannt für die creole and cajun kitchen, eine Fusion aus verschiedenen nationalen Einflüssen, Geschmäckern und Zubereitungsarten - man nehme eineinhalb Teile Spanische Küche, Native American, Afrikanische und Italienische Küche zu gleichen Teilen, eine Prise Deutsche Küche und vermische das Ganze mit ausreichend Shrimps, Meeresfrüchten, fried chicken, grits (sehr weiche und blasse Maispolenta) und genügend Blues.

Bourbon Street ist die Vergnügungsmeile von New Orleans. Hier darf man sogar auf offener Straße Alkohol konsumieren und das wird auch begeistert ausgenutzt. Hurricane und Hand grenade sind die signature drinks auf der Bourbon Street. In jeder Bar, in jedem Lokal groovt der Blues.

Auch auf der Frenchmen Street geht’s rund: Hier ist das Publikum etwas jünger und etwas hipper als auf der Bourbon Street. Hier lernen wir beim fotobombing im Café Negril Jordan und Jason (oder Josh? Es war schon spät.) kennen, die gerade auf ihrem ersten Date sind und vielleicht auch mal so “cute” werden wollen wie Jan und ich ;) .

Zu jeder Tages- und Nachtzeit, an jeder Ecke, in jeder Bar hört man Blues und Brass. Aus Tarotkarten kann man sich auf der Straße oder in Voodoo-Shops die Zukunft lesen lassen.

Das “House of the rising sun” gibt es übrigens wirklich – zumindest von außen lässt es sich durch einen dünnen Eisenstab-Zaun und grünes Dickicht bewundern. Im Garten hinter dem Haus steht ein tolles Baumhaus mit mehreren Rutschen!

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WALK THE LINE IN NASHVILLE

Der letzte Stop auf unserem Roadtrip war Nashville. Nashville ist für Country Music wohl das, was der Musikantenstadl für Volksmusik ist. Schwer zu glauben, aber es gibt sogar Überschneidungen: Andreas Gabalier hat in Nashville ein Album eingespielt. Howdy!

Ein richtig großer Musiker wird in Nashville aber ziemlich hochgelebt: The man in black, Johnny Cash. Hier hat er nach einer Schulexkursion beschlossen, sein Glück im Music biz zu versuchen, unweit von Nashville kaufte er sich auch ein Haus am See.  Ein Besuch im Johnny Cash Museum war da natürlich ein Muss.

Am Broadway reihen sich die Country Lokale und honky-tonk bars aneinander, und Cowboystiefel unter kurzen Röcken sowie Karohemden gehören zum Dresscode.

 

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P1010042  P1010043Shotgun house, New Orleans

Shotgun house, New Orleans 
Creole architecture

Creole architecture *

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Im Sumpf. Bayou

 

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The House of the Rising Sun, New Orleans

The House of the Rising Sun, New Orleans

 

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Broadway, Nashville

Broadway, Nashville *

 

You never know who you'll see on Broadway

You never know who you’ll see on Broadway *

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*By courtesy of Jan Pöschko

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