Up in the air

 

CREW, PREPARE FOR TAKE-OFF

 

In einem meiner Lieblingsfilme, Up in the Air, hält George Clooney einen leeren Rucksack hoch und fragt: Wie viel wiegt das Leben? Wie viel wiegt es, wenn man sich vorstellt, nicht nur jede Kleinigkeit seines gesamten Besitzes, sondern auch alle Bekanntschaften, Freundschaften und Beziehungen in einen Rucksack zu packen?

Diese Fragen habe ich mir vor meiner Abreise immer und immer wieder gestellt. Was bleibt da, was kommt mit? Wie viel von einem Menschenleben passt in 23 kg Freigepäck und ein Handgepäcksstück von 55 x 120 cm?

Nach wiederholtem Einpacken, Auspacken, Umpacken (zuletzt am Flughafen Wien, das Bodenpersonal war wirklich unbarmherzig) tröstet jedoch die Gewissheit, dass die wirklich kostbaren Dinge ohnehin schwerelos sind. Leider haben sie aber auch keinen Platz in einem Rucksack. Das Gute daran ist, so können sie nicht verloren gehen. Freunde, Familie, Erinnerungen fliegen im Herzen mit.

Der Rucksack des Abschiedsschmerzes und der Nostalgie drückt gleich weniger schwer auf den Schultern, wenn man weiß, dass dort, wo man hinfährt, auf der anderen Seite des Atlantiks, jemand wartet und sich freut.

 

BEFORE TAKE-OFF

An meinem letzten Abend in Graz habe ich in bester Gesellschaft der Ernst-Fuchs-Bar mit ihrem exzentrischen Barkeeper Scott Forrester noch ein Abschiedsbesuch abgestattet und einen Kalashnikov gekippt. Zufällig lehnte ausgerechnet an diesem Abend auch ein US-Amerikaner neben uns an der Theke: weißes Haar, weißer Schnauzer, Baseball-Cap, buntes kurzärmeliges Hemd, breites American English. Eine gute Gelegenheit, mir Tipps für meinen bevorstehenden USA-Aufenthalt zu holen. Was antwortet er auf die Frage hin, was ich bei meinem Umzug in die USA unbedingt mitnehmen sollte? – “A gun”.

 

ARRIVAL

Am 1. August war es also soweit. Nach Start in Wien, Zwischenstopp in Frankfurt und insgesamt etwas über 11 Stunden Reisezeit bin ich immer noch ziemlich fit und mit etwas Herzklopfen in Chicago angekommen. Endlich! Die Wiedersehensfreude war natürlich riesengroß bei Jan und mir. Noch an meinem Ankunftstag sind wir in unsere neue Wohnung in Champaign eingezogen, und mittlerweile wird sie auch schon richtig gemütlich.

Am Sonntag nach meiner Ankunft haben wir bereits einen Tagesausflug zu IKEA in Chicago gemacht (hier im Land of Freedom sind sogar die Fleischbällchen for free – wenn man einen, angesichts unserer Einkaufsliste lächerlichen Mindestbetrag ershoppt),  aber nachdem wir jedes Sofa und jeden Bürosessel Probe gesessen, Holztöne sämtlicher Tischplatten verglichen haben und nach 1,5 Stunden in der Schreibtischabteilung selbst der Verkäuferin ein verblüfftes “You’re still here?!” entlockt haben, hat uns der Ladenschluss dann doch irgendwie überrumpelt. Ikea, we’ll be back!

Das Abenteuer hat erst begonnen.

 

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