Farmer’s market

 

Kürbisse, Mais, rote, gelbe, grüne und dunkelviolette Tomaten, frisch gebackenes Brot – früh  aufstehen zahlt sich für einen Besuch am Farmer’s market in Urbana auf jeden Fall aus!

Landwirte und Produzente aus ganz Illinois bieten hier auf etwa 25 Marktständen ihre Waren feil.

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Florist Rocky und seine Tochter Ally sind schon um 2:30 Uhr aufgestanden,  haben die rund hundert Meilen von Momence bis Urbana zurückgelegt, und im Morgengrauen ihren Stand mit Schnittblumen aufgebaut. Sogar Eukalyptuszweige ragen aus einem Trog – der wächst nämlich hier in Illinois! Rocky zeigt mir, wie ich die Blätter zwischen den Handflächen reiben soll – als ich an meinen Fingern schnuppere, riechen sie wie Hustenbonbons und sind so klebrig, als hätte ich auch gerade eines in meiner Hand zergehen lassen.

Ein paar Schritte weiter steht ein riesiger Anhänger voll beladen mit Kürbissen und Zuckermais.  Hier darf man selbst zugreifen und sich Maiskolben aus dem großen Berg aussuchen, Landwirt Jim Carter (“like the president”) kassiert dann – 50 cents das Stück.

“Nach Halloween sind Kürbisse so gut wie ausverkauft”, sagt Kürbisbauer Nick aus Morton, IL. Er klebt gerade Preisschildchen auf große, rundliche, orange Kürbisse. Einige davon landen bestimmt ausgehöhlt und mit geschnitzten Fratzen auf Verandas und Fensterbänken, andere vielleicht auch im Suppentopf. Ob er schon einmal von Kürbiskernöl gehört hat, frage ich ihn. Er staunt. Bitte schön, so etwas gibt’s eben nur in der Steiermark.

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Amerikanische Landwirte sind überwiegend Großbauern mit einigen hundert Hektar (hier acres) Grund. Die Gegend rund um Champaign und Illinois wird auch der Corn belt der USA genannt – Boden und Niederschlag sind ideal für den Anbau von Futtermais. Der sweetcorn, den man am Farmer’s market zu kaufen bekommt, hat also eine längere Anreise hinter sich. Die meisten Bauern bewirtschaften ihre Obst- und Gemüsegärten als Hobby, mit den Cherrytomaten, Äpfeln, Gurken Melanzani und anderen Produkten, die sie hier anbieten, verdienen sie sich lediglich ein mickriges Zubrot.

Der Mais ist in Illinois übrigens ein derart wichtiger (Land-)Wirtschaftszweig, dass leider sogar Umwelt- und Gesundheitsfragen zweitrangig sind: Im Trinkwasser sind nachweislich zwei verschiedene, beim Maisanbau eingesetzte Herbizide vorhanden, und zwar in einer vom Bundesstaat Illinois gesetzlich festgesetzten Maximalmenge (die angeblich selbst über die gesamte Lebensdauer konsumiert unbedenklich ist). Da schmeckt selbst das extrem kalkhaltige Linzer Wasser in der Erinnerung gleich unglaublich gut.

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Beim Spaziergang über den Markt bekommt man Appetit: zum Glück kann man den Gusto an einem der food trucks stillen –  an den fahrbaren Imbissständen gibt’s Popcorn, Empanadas, Croissants und Muffins, und wem nach etwas Herzhaften gelüstet, kann sich ja ein pulled pork sandwich als deftiges Frühstück gönnen.

 

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